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PMC - Shreechaur, 08.03.13           18:00 Uhr

Wetterbericht: Morgens + abends ca. 14 °C, tagsüber 20 °C + sonnig 

Namaste!       Hallo Ihr Lieben,

vor ab: Wegen des "Internets im Schneckentempo" können wir diesem Bericht über die Ereignisse der letzten Tage leider keine der bislang massenhaft "geschossenen" Fotos beifügen. In dieser Hinsicht ist Geduld bis zu unserer Rückkehr nach HH gefordert!

Bislang ist es uns hier in Nepal sehr gut ergangen. Der erste Tag nach unserer Ankunft in Kathmandu bestand aus Shopping (Thamels Supermärkte sind bestens sortiert!), Meeting mit all unseren Bekannten in Kathmandu & Organisation eines guten Jeeps für die Anreise zum Peshala Medical Center (PMC).

Der 13-stündige "Kurztrip" von Kathmandu (Abfahrt um 4:45 Uhr) nach Okhaldhunga am Sonntag (03.03.13) verlief dieses Mal tatsächlich ohne Pannen!!! In "unserem" Jeep für eigentlich 10 Personen saßen nur Peshala mit Freund Danesh, Martin, ich und der Fahrer mit Begleitung. Deshalb hätten wir eigentlich viel Platz zum Sitzen haben müssen, aber nepalesische Sitzabstände und die Dimensionen europäischer Ober- und Unterschenkel passen nach wie vor, auch bei Unterbesetzung, schlecht zusammen.

Für unser "Entertainment" auf dieser elend langen und staubigen Pistenroute (Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 13 km/h) sorgten Peshala, ihr Freund Danesh und der Fahrer, die den Jeep durch ihre vielen Telefonate in ein fahrbares Call-Center mutieren ließen. Allerdings war Uma, eine Lehrerin aus Maidane, nicht ganz unschuldig an dieser Situation, denn vor lauter Aufregung über unser Kommen nach Okhaldhunga, vergewisserte sie sich mehrfach telefonisch, ob wir auch tatsächlich bei ihr übernachten würden. Um 18:00 Uhr endlich erreichten wir gut gerüttelt und geschüttelt Umas Domizil in Okhaldhunga, ein typisch nepalesischer Neubau mit Charme gegen Null. Aber immerhin hat sie ein eigenes Haus! Die Freude war auf beiden Seiten groß und wir wurden von Uma fürstlich mit Obst, Dal Bhaat und gesüßtem Milchtee versorgt.

Am nächsten Morgen (04.03.13) hieß es dann Abschied nehmen von Uma und weiterfahren zu unserem Endpunkt nach Rampur. Dieser 1-stündige Kurztrip, ebenfalls mehr Piste als alles andere, war ein "Klacks" im Vergleich zu dem des Vortages. In Rampur (800 m hoch) begann nun der 1200 m hohe Anstieg zum PMC. Zum Glück gestaltete sich dieses "Must", es gibt keine Alternative zu diesem Weg, weniger schlimm als von uns befürchtet. Denn, wegen des fehlenden Trainings der letzten Wochen, hatte ich reichlich "Bammel" vor dieser körperlichen Herausforderung. Zum Erstaunen von Peshala und dem ihres Freundes erreichten wir nach insgesamt nur 4,5 h ziemlichen steilen und stetigen Bergaufwanderns (inklusive einer einstündigen Teepause) das 2000 m hoch gelegene PMC. Nepalesen legen diesen Anstieg in etwa 3,0 h ohne Pause zurück. Wenn ich jetzt vom PMC täglich diesen Weg sehe, bin ich reichlich froh, ihn nicht wieder hinab-steigen zu müssen! Das ganze sieht ziemlich steil von oben aus!!!

Dort angekommen, gab's wieder einen großes Hallo durch die Familienangehörigen und einige Bewohner. Und endlich der erste Blick aufs und ins fertige Peshala Medical Center. Für nepalesische Verhältnisse ein fantastisches Gebäude, an dem allerdings noch sehr viel zu tun ist. Für deutsche Verhältnisse ähnelt es eher einem Rohbau. Aber alle Bewohner sind unglaublich glücklich, dass endlich eine Medizinstation in erreichbarer Nähe liegt, und sie haben zum Glück keine Vergleichsmöglichkeiten!

Dienstag (05.03.13) stand im Zeichen der Vorbereitungen für die offizielle Einweihungsfeier am nächsten Tag: Schmücken des Gebäudes mit Girlanden aus knallroten Rhododendronblüten sowie bunten, lustig im Wind flatternden Wimpeln, Anbringen und Abdecken des neuen "Firmenschildes", Dekorieren und "Versperren" der Eingangstür zum Medical Center mit einem Band zum Zerschneiden, Vorbereiten des Festplatzes für die Besucher, Redner und Tänzer und Einrichten der "Feldküche" zum Verköstigen aller Besucher mit Dal Bhaat am Ende der Feierlichkeiten. Nebenbei reisten auch noch Peshalas Eltern und ihr Bruder Mekh mit Familie per Pedes an.

2 das Peshala Medical Center 120 2 das Peshala Medical Center 322
Das PMC ist geschmückt. Bauzustand Mai 2013: Da ist noch Einiges zu tun ... aber immerhin!

Allerdings mussten wir auch noch das Problem der neuen, allerdings zu Verstopfung neigenden Gästetoilette mit nepalischen Hilfsmittel lösen, was gar nicht so einfach ist. Nachdem Martin mit "seinem Latein" zum Lösen dieses Problems, trotz des Einsatzes diverser Drähte als Spiralenersatz, am Ende war und die Verstopfung fast schlimmer wurde, löste die "Powerfrau" Peshala diese "gequirlte Sch…" mit Hilfe eines mit Stoff umwickelten Stabes im Null-Komma-Nichts! That's real life in Nepal!!!

Nachdem am frühen Morgen des nächsten Tages (06.03.13) auch noch die Musikanlage mit dem typisch scheppernden Sound auf dem Festplatz aufgebaut worden war, trudelten ab 10:00 Uhr allmählich Dorfbewohner, Familienmitglieder, geladene Politiker und andere wichtige Honoratioren der Umgebung ein. Die Einweihung konnte beginnen. Mal wieder gab es unzählige Katas (Glücksschals) für uns und die anderen VIP's, die nepalesische Nationalhymne wurde gesungen, anschließend das "Firmenschild" freigelegt und das Band an der Eingangstüre zum PMC von Martin zerschnitten. Damit war die Einweihung aber noch lange nicht zu Ende! Geschlagene 4 Stunden lang durften wir uns noch die Reden aller VIP's anhören, die uns Peshalas Bruder Mekh freundlicherweise sofort auf Englisch übersetzte. Für Abwechslung zwischendurch sorgten Tanzgruppen mit ihren Vorführungen. Dieser 5 Stunden dauernde offizielle Teil der Einweihung, der mit unserer und Peshalas Rede endete, wurde von "Alt und Jung" (etwa 250 Personen) sehr aufmerksamein verfolgt, was bei uns in Deutschland kaum denkbar wäre. Aber die Aussicht auf "Frei Dal Bhaat mit Fleischbeilage", war dann wohl doch zu verlockend. Gut gesättigt machten sich die Nepalesen nach diesem abwechslungsreichen Tag allmählich auf den Heimweg und es kehrte wieder Ruhe ein am PMC nach diesem für Peshala sehr aufregenden Tag. Sie war sehr, sehr happy!!!

 2 Taenze und Reden Einweihung32 2 Reden Einweihung31 
Kulturprogramm der Jugendlichen  ... und viel Reden
 2 Unterzeichnung Grundvertrag PMC33  2 Wassertank oberhalb PMC34
Unterzeichnung des Vertrages Wassertank

An den beiden letzten Tagen wurde wieder "Klar Schiff gemacht" sowie das außerordentlich wichtige "Basic Agreement" zwischen Peshala, dem Komitee und "ZukunftsKinder Nepal" unterzeichnet und gestempelt.

Außerdem sichtete Martin die gröbsten Baumängel oder versuchte diese, sofern möglich, zu mildern. Wenn man sieht, wie die Handwerker hier mit den Materialien umgehen, könnte man sich nonstop die Haare raufen. Aber wir sind hier in Nepal und nicht in Deutschland! Und dennoch: Die Arbeit am Bau, die Peshala hier in den vergangenen Monaten geleistet hat und auch noch leisten muss, ist einfach großartig. Schade, dass wir nicht länger hier bleiben können, um ihr bei den Innenarbeiten noch helfen zu können. Es gäbe massig zu tun!

Morgen müssen wir das PMC verlassen und werden zur Schule "Sunrise Academy" trekken. Peshala und ihr Freund werden uns dabei begleiten.

Das war's für heute. Allen ein schönes, hoffentlich frühlingshaftes Wochenende.

Ciao und bis bald wieder in Hamburg

Susanne + martin