Wir geben Kindern in Nepal eine Zukunft

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Shreechaur, 06.03.14    18:00 Uhr

Wetterbericht:
Morgens + abends     ca. 6 °C
Tagsüber sonnig + windig    ca. 13 °C


Namaste2 DSCN6110Namaste!    Hallo Ihr Lieben,
momentan sitzen wir in Peshalas Küche und um uns herum wird das Abendessen von der sehr gut kochenden Muna und extrem emsigen Lila vorbereitet.

Peshala und martin "palavern" und der dreijährige Diamond, Muna's Sohn, spielt auf dem Küchenboden. Wenige Minuten zuvor ist hier der mit Reis gefüllte Drucktopf mit lautem Zischen und Getöse förmlich "in die Luft gegangen", da dessen Sicherheitsventil den Dienst aufgab. Zum Glück ist nichts weiter passiert als dass Muna einen gehörigen Schrecken bekam und sie sowie Diamond kurzfristig wie Schneemänner aussahen. Zudem klebte der Reis auch überall an den Wänden und auf dem Boden, einige Reiskörner trafen auch mein Notebook. Mittlerweile hat martin auch schon Ursachenforschung betrieben. Immerhin ist der übrige Reis, bis auf die fehlenden Körner, soweit o.k. und alle können über diese außerplanmäßige "Showeinlage" beim Zubereiten den abendlichen Dhal Bhats schon wieder herzlich lachen.

Seit unserer Ankunft in Nepal am letzten Donnerstag (27.02.14) hat sich einiges getan. Der Flug mit Air Berlin und dem entsprechendem "Charme" einer deutschen Crew nach Abu Dhabi war so lala, von Abu Dhabi nach Kathmandu mit Ethihad und internationaler Crew in jeder Hinsicht um Klassen besser. Am Flughafen in Kathmandu wurden wir dann sehr freudig von Peshala und Danesh empfangen, die anschließend das Problem einer Taxifahrt zum Hotel lösen mussten, denn "Shiva Raati" (die Nacht des Gottes Shiva), ein sehr wichtiger religiöser Feiertag, war angesagt. Es gab fast keine Taxen am Flughafen, die uns zum Hotel bringen wollten, da der Haupttempel für die Feierlichkeiten (Pashupatinath) direkt an der Zufahrtsstraße Airport - Stadtzentrum liegt. Und diese Straße war komplett gesperrt. Aus diesem Grund mussten Peshala und Danesh auch 2 Stunden lang zum Flughafen laufen, um uns abholen zu können. Aber Danesh zeigte großes Verhandlungsgeschick und kurze Zeit später wurden wir über Umwege zum uns wohlvertrauten "Tibet Guesthouse" chauffiert. Nach Begrüßungstee, Abendessen und einem guten Everest Bier ging es dann nur noch ab ins Bett. Wir waren "fix und foxi".

Einigermaßen gut ausgeschlafen und mit Frucht-Joghurt sowie Cheese-Omelett im Magen machten wir uns gemeinsam mit Peshala am nächsten Tag (28.02.14) auf zur Deutschen Botschaft. Der Empfang dort war ausgesprochen freundlich und man zeigte sehr "offene Ohren" für das neu einzurichtende Labor im PMC. Die Chancen auf eine finanzielle Beteiligung seitens der Deut-schen Botschaft stehen ziemlich gut, sofern Minister Steinmeier diesem deutschen Außenposten weiteres Geld zuweisen wird, was etwa im Juni passieren soll. So haben wir mit dem Auftrag, den Antrag auf Förderung des PMC's zu aktualisieren und der guten Aussicht auf diese Förderung nach etwa 1 Stunde das "deutsche Hoheitsgebiet" in Kathmandu frohen Mutes verlassen. Das nächste Abenteuer war das Kaufen eines festen, hohen Gestells für den Wassertank auf dem Dach des PMC's. Dank sehr guter Vorarbeit durch Danesh, Peshala's Freund, war dieses Vorhaben ein Kinderspiel. Eine praktische Einweisung zum Aufbau gab's gratis dazu. (Wegen seines Gewichts und Sperrigkeit konnte das Gestell nicht mit uns im Jeep "auf Reisen gehen", denn Raufschleppen zum PMC mit "Manpower" ist selbst für hartgesottene Nepalesen zu viel.)

Nach dieser Aktion wurde es höchste Zeit, noch Dinge des täglichen Lebens für die am nächsten Tag anstehende Jeeptour gen PMC einzukaufen und das Schalsortiment bei Monica zu sichten. Mit prall gefüllten Tüten kehrten wir am frühen Abend zurück ins Tibet Guesthouse, um dort mit Peshala, Danesh und Bipana gemeinsam zu dinieren. Bipana ist mit ihrer Ausbildung zur Health-Assistant in Kathmandu total glücklich. Wie Bipana nunmal so ist, während des Dinners legte sie uns auch ihre akribisch geführten Bücher hinsichtlich ihrer Ausgaben vor. Unglaublich!!!

Um 4:00 Uhr des folgenden Tages (Samstag, 01.03.14) holte uns der mit Medikamenten und Kleingeräten fürs Labor bepackte Jeep vom Hotel ab, um uns 14 Stunden später sicher vor dem Haus von Peshala's Bruder Mekh abzusetzen. Diesmal war die Tour ziemlich unspektakulär: Keine Panne, kein Jeepwechsel, keine Brückenüberquerung samt Gepäck per Pedes. Dafür Massen an Straßenbauarbeitern, die dafür sorgen, dass die etwa 150 km lange Piste immer ebenmäßiger wird. Besonders der Abschnitt nach Überquerung des Sun Kosi (Flusses) von Gurmi bis Okhaldhunga ist wesentlich besser geworden!!! Wir waren freudig überrascht und erleichtert, weil dieser Streckenabschnitt nun deutlich angenehmer zu befahren ist, obwohl noch nicht geteert, dafür aber zum überwiegenden Teil perfekt planiert.

Namaste2 DSCN6106 crNach einem guten Dal Bhat von Peshala's Schwägerin "ging's ab in die Federn" bzw. unsere Daunenschlafsäcke. Dort habe ich mir höchstwahrscheinlich mal wieder einen Floh eingefangen, der mich innerhalb von 2 Tagen mit 14 !!! Stichen "beglückte". Und martin hat mal wieder keinen einzigen. Obwohl ich das ziemlich unfair finde, verspreche ich, dieses kleine "Mistvieh" nicht als Präsent für euch mit nach Hamburg zu bringen! Ehrenwort!!!

Den Fußmarsch zum PMC starteten wir am Sonntagmorgen (02.03.14) gegen 8:00 Uhr bei leicht bedecktem Himmel, der allmählich immer blauer wurde. Nach nur 3,5 Stunden reiner Geh-zeit erreichten wir um 12:30 Uhr das PMC und wurden dort von Peshala's Onkel, Cousinen, Mu-na und Lila sowie einigen Kleinkindern mit Kränzen aus Rhododendronblüten herzlich empfangen.
Rhododendron ist übrigens momentan das einzige, abgesehen von einigen Obstbäumen, was anfängt zu blühen. Alle anderen Gewächse müssen tatsächlich erst noch aus dem Winterschlaf erwachen. Deshalb erschien uns das PMC im ersten Moment Namaste2 DSCN6128auch so "nackt", denn wir hatten vom letzten Oktober noch die üppig blühenden Tagetes, Dahlien und andere Blumen rund ums Gebäude in Erinnerung. Nun war dort, wo diese Pflanzen standen, nur braune, platt geregnete Erde zu sehen. Mittlerweile sind diese Beete frühjahrsfertig: Die Erde ist aufgelockert, so dass bald Samen und Pflanzen ins Erdreich können und der für mich ökologischste Zaun aus abgelagertem und frischem, grünen Bambus schützt diese Beete gegen unachtsame Besucher des PMC.

Bei unserer anschließenden ENamaste2 DSCN6265rkundungstour durchs Gebäude fielen uns gravierende, aber notwendige räumliche Veränderungen auf, die Peshala auch im Hinblick auf das neu einzurichtende Labor vornahm:
Der Geburtsraum befindet sich jetzt in einem größeren, offenbar zuvor kaum genutzten Raum mit direktem Zugang zur Toilette. Hier erfolgen nun alle gynäkologischen Untersuchungen und sonstigen kleineren Eingriffe. Die Apotheke und das ehemalige, sehr kleine Geburtszimmer sind nun zusammengelegt. Da sich hier ein Waschbecken befindet, soll dieser Raum in Kürze zum Labor umgestaltet werden. Dafür wird die Apotheke in den "alten" Warteraum umziehen müssen, da der Warteraum von den Patienten nicht angenommen wird. Diese ziehen es vor, draußen auf der Veranda wind- und regengeschützt auf ihre Untersuchung durch Peshala, Muna oder Lila zu warten. Der "Neuzugang" Lila ist übrigens eine hervorragende Unterstützung für Peshala; sie ist flott, sieht die Arbeit sofort und hat eine sehr gute Auffassungsgabe! Zudem fühlt sich diese junge Frau ausgesprochen wohl im PMC.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber leider sehr frischem Wind hat martin noch ein Verbesserung am Kaltwassertank installiert: Einen Schwimmer, der zuverlässig für einen immer gut gefüllten Wassertank sorgt. Warmes, fließendes Wasser gibt es jedoch immer noch nicht. Wir hoffen aber, dass dieses in einigen Wochen fließen könnte, wenn weitere Installationen vorgenommen wurden.

Nun bleiben uns noch 2 Tage hier im PMC, dann geht es wieder per Pedes zur Busstation, wofür wir 1,5 Tage benötigen. Wir hoffen, dass die Sonne weiter vom blauen Himmel strahlt und der Wind allmählich etwas wärmer wird.

Ciao
Susanne + martin