Wir geben Kindern in Nepal eine Zukunft

... und Sie können dabei helfen!

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01.05.14

Holger besuchte im April die Projekte in Nepal. Im Folgenden ein paar Eindrücke:

Sahara Mädchenhaus in Dhulikhel, Besuch am 9.4.14
Die Mädchen sind alle da und freuen sich über die kleinen Geschenke: Je ein Einkaufsbeutel aus Stoff, ein Kuli, ein Schulheft und natürlich: Schokolade aus Deutschland. Wir besprechen den eventuellen Schulwechsel zu einer "english boarding school" und die Zukunft von Saru, dem mit 18 Jahren ältesten Mädchen, das nun nach dem Examen am Ende der 12. Klasse das Mädchenhaus verlassen muss.
Es gibt leckeres Essen, ich mache eine ganze Reihe Fotos und fühle mich ein bisschen wie der Papa von 10 Töchtern ;-) Auf jeden Fall bemerke ich – und es rührt mich sehr – dass die 10 Mädchen mit ganz unterschiedlichen Schicksalen langsam zu einer großen Familie zusammenwachsen. Wie toll!

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 Bipana, Babita, Sneha und Rasila  Rasila beim Lernen  Dawa beim Lernen


PMC (Peshala Medical Center), Shreeshaur, Okhaldhunga: 11.4. bis 16.4.
Nach anstrengender Jeepfahrt durch das Tal des Sun Koshi Flusses bis Okhaldhunga und dann weiter bis Rampur erreiche ich Mekh’s Haus und kann dort übernachten. Am nächsten Morgen (11.4.14) beginnt der Anstieg nach Sheeshaur zum PMC. Bei ziemlich starker Hitze fallen mir die 4 Stunden bergauf nicht leicht.
Doch irgendwann bin ich dann doch oben. Das übliche herzliche Begrüßungskommitee ist bereits anwesend. Wir freuen uns alle, dass wir uns wieder sehen. Nach einer Pause und einem Nescafe geht es mir schon wieder besser und die Nachwehen der Anstrengung verlassen meinen Körper.
Später gibt es Essen, ich bespreche mit Peshala, was wir zu tun haben, freue mich, dass der neue Internetsurfstick perfekt funktioniert, nun sogar „in house“. Ich mache ein paar Fotos und bemerke mit Erstaunen, wie der Bau des vorläufigen Kindergartengebäudes rasch voran geht. Auch der Anbau für den Generatorraum ist fast fertig. Kein Wunder: alle helfen mit, sogar die jungen Mädchen. Sie schleppen z.B. Steine. Da konnte ich nicht stillhalten und habe es auch einmal versucht. Später am Abend gibt es die mitgebrachten Geschenke, ich zeige ein paar Fotos und nach dem Abendessen falle ich todmüde ins Bett.

Rundgang am 12.4.14 im PMC:
Ich betrete eine Baustelle. Trotz laufendem Betrieb und vielen Patienten (Peshala sagt, in diesem Monat wird die 300 Patienten/Monat-Marke überschritten.) wird wieder viel gebaut. Am Haus ist es der Generatorraum. Die heutige kleine Solaranlage würde es nicht schaffen, z.B. einen Kühlschrank für eine zukünftige Laborerweiterung zu betreiben. Die Laborerweiterung  selbst wird notwendig, damit das PMC einen permanenten Status bekommen kann. Die Regierung erfordert zum Notfallservice, Apothekenservice, Geburtshilfe und allgemeinärztlichen Grundbehandlung noch einen weiteren Service dazu, um die permanente Genehmigung zu erteilen.

Das Gelände ist ebenfalls geändert worden und wird neu „eingerichtet“. Platz ist geschaffen worden, für einen zukünftigen Kindergarten und auch später mal für Peshalas Wohnhaus. Aber bis dahin wird es wohl noch eine Weile dauern. Interessant ist der Aspekt „Kindergarten“. Aus dem Dorf gibt es den dringenden Wunsch, einen Kindergarten zu bauen, stellt sich doch die vorschulische Bildung als Notwendigkeit in Nepal immer mehr heraus. Die Grundschulen der Regierung sind nicht immer von ausreichender Qualität und die Eltern freuen sich um jede Möglichkeit, für ihre Kinder Ausbildung zu bekommen. Interessanterweise wurde die Anfrage nach dem Bau eines Kindergartens an Peshala gestellt. Wahrscheinlich weil die Leute ihr nach dem Erfolg der Gesundheitsstation auch dies zutrauen. Peshala und ihr Onkel sowie der Vater von Danesh (Peshalas Freund) haben dafür investiert. Ich sehe heute einen Rahmen aus Holz für eine erste temporäre Lösung in Eigenleistung und ohne unsere finazielle Hilfe. Da alle mithelfen, ist das am Abend fertig und bereits halb mit Blech verkleidet. In 2 Wochen soll das erste Gebäude fertig sein. Auch eine Toilette ist bereits vorhanden. Später soll es ein Steingebäude geben. Dann (in ca. 2 Jahren) hofft Peshala auf die Hilfe aus Deutschland.

Immer, wenn Peshala mal etwas Zeit hat zwischen den Behandlungen von eintreffenden Patienten und Koordinationsarbeiten, gehen wir die Fragen durch, die ich im Auftrag vom "ZukunftsKinder Nepal"-Verein mit ihr besprechen soll. Es gibt Einiges zu bereden, sowohl wegen der Laborerweiterung, dem Plan fürs Gelände, der Gehaltsstruktur im PMC, dem Müllverbrennungsplatz und vieles mehr. Natürlich mache ich wieder viele Fotos und helfe auch ein bisschen bei den Arbeiten. Muna kocht wieder leckeres Essen und ich bekomme immer so viel auf den Teller, dass ich es fast nie aufessen kann. Muna und Lila Maya sind eine große Hilfe und Peshala ist sehr froh, dass diese beiden Frauen hier arbeiten. Da im Moment Schulferien sind, sind auch alle jungen Leute da. Die jungen Mädchen betreuen die Kinder und packen bei allen Arbeiten mit an. Ich bin überhaupt sehr erfreut, so ziemlich alle Familienangehörigen hier mit helfen zu sehen.

Heute ist der letzte Tag des nepalesischen Jahres 2070. Ich habe wieder einmal das Glück, an einem besonderen Tag im PMC zu sein. Ich weiß nicht, was die Nepalesen so am „Silvester“ machen, aber durch Knaller und Silvesterraketen wird die Ruhe hier nicht gestört. Und richtig: Der Tag geht ruhig zu Ende ohne den riesigen Wahnsinn, den wir kennen.

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13.4.14 im PMC (Peshala Medical Center):
Im Wesentlichen haben wir viel gearbeitet ;-) Ich kann einfach nicht zusehen, wenn die ganze Familie unermüdlich am Arbeiten ist. Ich habe die Müllverbrennungsfeuerstelle ein wenig umkonstruiert, mit Hilfe von Muna und Lila den Kompost angelegt und für die Trennung und Lagerung der verschiedenen Müllarten Voraussetzungen geschaffen.

Am Interessantesten ist es für mich, zuzusehen, wie mit einfachsten Mitteln der Wellblechbau für den Kindergarten  bzw. der Kantinenanbau von Peshalas Onkel entsteht.

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Kindergartenhaus im Bau Müllverbrennungs"anlage"


14.4.14 im PMC (Peshala Medical Center):
Der Jahreswechsel war für mich nicht ganz so toll, habe ich in der Nacht doch Brechen müssen und Durchfall gehabt. Es ist das erste Mal, dass mich das in Nepal erwischt. Aber nach heutigem Fasten und Schwarztee und Tato Pani (heißem, abgekochten Wasser) geht es mir schon wieder ganz gut. Heute ist Feiertag: Nepalesisches Neujahr. Trotzdem wird draußen gearbeitet. Und Patienten kommen sowieso. Im vergangenen (nepalesischen) Monat haben sich 344 Patienten zur Behandlung hier eingefunden. Das ist neuer Rekord!

15.4.14 Abreise vom PMC (Peshala Medical Center) über Rampur nach Okhaldhunga:
Am Morgen gegen 8:00 verlassen wir das PMC. Ein Junge aus der großen Verwandtschaft von Peshala begleitet mich und trägt den großen Rucksack. Der ist fast leichter als mein Tagesrucksack mit dem Laptop und dem anderen Kram. Da es mir aber am Vortag nicht so gut ging, ist es mir lieber, dass ich noch etwas Hilfe habe. Der permanente Abstieg geht mir ohnehin in die Beine und dummerweise ist es gerade heute wieder total heiß. Dinas Freunde tauften den Berg „Namaste-Mountain“. Der Grund ist der steile Hang auf fast allen Seiten. (Beim „Namaste“-Gruß legt man die Handflächen aneinander, so dass die Außenseiten der Hände ein spitzes Dreieck ergeben.) Um 10:45 Uhr erreichen wir Mekh's Haus in Rampur. Per Jeep geht es weiter bis Okhaldhunga. Dort übernachten wir. Am nächsten Tag fahre ich wieder mit dem Jeep (vollbesetzt mit bis zu 15 Personen inkl. der Kinder) zurück nach Kathmandu.

Sahara Mädchenhaus
Am Freitag, dem 18.4.14 war am Nachmittag ein wichtiges Meeting mit den Menschen vom „Freundeskreis Nepalhilfe“ in Kathmandu. Sie machten uns deutlich, wie wichtig aber auch langwierig die Vorbereitungsarbeiten sind, um junge Menschen ohne familiären Hintergrund (Waisen und Halbwaisen) auf eine Selbständigkeit vorzubereiten. In unserem Projekt „Sahara“ wird das noch eine spannende Aufgabe, zumal wir für Saru, die bereits 18 Jahre alt ist, ganz dringend etwas finden müssen. Klasse, dass Saru zum Meeting nach Kathmandu kam, obwohl sie verständlicherweise ein wenig Angst davor hatte. Jedenfalls sehe ich das als Schritt in die richtige Richtung. Wir sind uns im Verein einig, sie weiter zu unterstützen, so lange sie selbst die richtigen Schritte unternimmt. Wünschen wir ihr für ihr Examen in der Klasse 12 erst einmal Alles Gute!

29.4.14: Nach einem weiteren Besuch in Dhulikhel und einem langen Gespräch mit Saru, wird es Folgendermaßen weitergehen: Nach Abschluss der letzten Prüfung am 13.5. muss sie das Mädchenhaus „Sahara“ nun endgültig verlassen. Inzwischen ist sie auf Wohnungssuche in Dhulikhel und Dina Nath wird ihr demnächst helfen, eine praktische Ausbildungsstelle zu finden. Mit dieser  Ausbildung wird sie die Zeit überbrücken, bis die Prüfungsresultate vorliegen. Das kann bis zu 5 Monate dauern. Ist alles ok, kann sie dann auf ein College gehen, was sicher nochmals eine Pause erzeugt bis zum Beginn des nächsten Semesters. Somit ist es sehr sinnvoll, diese Zeit effektiv zu nutzen, insbesondere auch etwas zu lernen, womit sie später etwas Geld verdienen kann. Im Moment wird sie weiter von uns unterstützt, denn sie hat ja keinerlei Familie. Da sie das Haus verlassen muss, ist inzwischen ein neues Mädchen aufgenommen worden: Swata Shrestha, 10 Jahre alt (Bildmitte).

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