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14.11.2014

Unser Besuch im Waisenhaus Sahara

Während unseres Aufenthaltes in Nepal besuchten wir wiederum das Waisenhaus Sahara. Als wir uns morgens an der Pforte bemerkbar machten, hörten wir die Mädchen schon. Sie kamen, um uns die Tür zu öffnen, und freuten sich sehr über das Wiedersehen. Zur Feier des Tages hatten sie ihre Festtagskleider angezogen und strahlten um die Wette!


Die mitgebrachten Stifte wurden verteilt und dann das neue Spielmaterial ausprobiert. Mit viel Fantasie bauten einige verschiedenste Dinge aus den Holzteilen des „Wackelturms“. Andere beschäftigten sich mit den weiteren Spielen, die wir mitgebracht hatten. Auch die Mikadostäbe, die wir voriges Jahr im Gepäck gehabt hatten, kamen wiederum zum Einsatz. Offensichtlich hatten sie häufiger damit gespielt, denn zeigten sich sehr geschickt dabei und kannten die Regeln.
Als wir die Luftballons aus unserem Rucksack hervorholten, stürzten sie sich darauf und begannen eifrig, sie aufzublasen. Während einige vor allem daran Spaß hatten, ihren Ballon aufzublasen, die Luft wieder entweichen zu lassen und dann von vorne zu beginnen, fanden die meisten ihr Vergnügen darin, den Luftballon jemandem zuzuspielen. Einige Mädchen wussten wohl noch, dass die Ballons manchmal auch schon nach kurzer Zeit platzen, und für diesen Fall hatten sie sich vorsichtshalber schon vorsorglich Ersatz gesichert und in die Hosentasche gesteckt.
Auch Deepika hatte viel Vergnügen an dem Spiel. Sie fiel uns durch ihre eleganten, tänzerischen Bewegungen und ihre Geschicklichkeit auf. Im Gespräch verriet sie dann strahlend, dass sie sehr gerne tanze! Ihr Englisch hat sich auffallend verbessert und es war ein Vergnügen, sich mit ihr zu unterhalten. Sie erschien uns auch sehr viel selbstbewusster als im vorigen Jahr, darüber freuten wir uns sehr!
Inzwischen waren auch die beiden Schülerinnen der Krankenpflegeschule des Marienkrankenhauses in Siegen eingetroffen, die mit uns reisten.
Während die Mädchen ihr Lunch bekamen, schauten wir uns im Haus um. Die Zimmer waren sehr ordentlich aufgeräumt. Allerdings fiel uns auf, dass die Tücher über den dünnen Matratzen zum Teil nicht mehr brauchbar sind, wohl aufgrund der Stoffqualität und der Waschbedingungen. Zur Zeit schlafen die Mädchen noch mit den dicken Fleecedecken, aber in Kürze werden die Winterdecken herausgeholt, weil es nachts zu kalt wird. Dafür werden neue Bezüge gebraucht. Natürlich sind die Mädchen gewachsen und so werden auch einige neue Socken, Pullover, warme Jacken und andere Wintersachen benötigt.
Nachdem die Mädchen gegessen hatten, wurden wir zum DhalBhat eingeladen. Es war sehr lecker und wir genossen unser Mahl. Anschließend unternahmen wir gemeinsam einen Ausflug auf den Berg, der hinter Sahara liegt. Am Samstag, ihrem schulfreien Tag, gehen sie öfter dorthin. Auch die Jüngeren kannten den Weg genau. Je zwei Mädchen suchten sich einen Erwachsenen, die sie anfassten, und so zogen wir auf den Berg. Nachdem wir am höchsten Punkt noch auf den Aussichtsturm hinaufgeklettert waren und die Aussicht genossen hatten, machten wir uns auf den Rückweg, der uns an einer Milchviehzuchtanlage vorbeiführte. Die Mädchen hatten viel Spaß daran, vor dem jeweiligen Erwachsenen die steilen Passagen des Abstiegs zu bewältigen!
Als wir wieder in Sahara angekommen waren, mussten die Mädchen sich noch mit ihren Hausaufgaben beschäftigen. Konzentriert und zügig arbeiteten sie daran. Wir staunten, wie rasch, sauber, sicher und fehlerfrei sie die englischen Texte aus ihrem Buch abschrieben. Dies ist sicherlich auch ein Erfolg der zusätzlichen Förderung, sie sie seit einiger Zeit nachmittags bekommen.
Ein Weilchen schauten wir noch zu, dann verabschiedeten wir uns und kehrten zurück in unser Hotel, dankbar und erfüllt von dem, was wir erleben durften: Wiedersehensfreude, ein gutes Gemeinschaftsgefühl der Mädchen untereinander, Vertrauen zu uns und auch das Gefühl der Mädchen, als eigenständige Person von uns wahrgenommen zu werden.

Elke Borchers und Gisela Bünsch

 sahara 11-2014