Wir geben Kindern in Nepal eine Zukunft

... und Sie können dabei helfen!

Shreechaur, 11.12.2018, 15:00 Uhr (tagsüber 16°C, nachts -2°C)

Namaste! Liebe Familie, Freunde und alle anderen ZuKi-Fans,

nach unserer Rückkehr von einer faszinierenden Trekkingtour sind wir im PMC förmlich in Arbeit "abgesoffen" und kommen deshalb auch erst jetzt dazu, uns zu melden.

Bei all der Arbeit geht's uns gut. Allerdings wird es zurzeit immer kälter und die Zimmertemperatur nähert sich "erfrischenden" 9 °C, so dass Lernen vor Schulbeginn möglichst draußen an einem sonnigen Plätzchen erfolgt und Office-Arbeiten, z.B. Berichte schreiben oder Steuererklärungen vorbereiten, nur unter einer Decke sitzend möglich sind.

Arbeiten bei Kälte

 Der komplette Bericht zum Download  >>>    

Die Steuererklärungen für PMC und Schule waren auch das erste, womit Peshala, Dhanesh und Martin Anfang Dezember 5 Tage lang vollauf beschäftigt waren, denn leider waren diese für die letzten Jahre falsch, was offenbar an "Flachpfeifen" von Steuerberater und Tax-Officer (entspricht etwa einem Finanzbeamten) lag. Einnahmen, Ausgaben, Gehälter, Reparaturen, Abschreibungen etc. waren nicht detailliert genug ausgewiesen, so dass diese Angaben in neuen Listen komplett zusammengestellt werden mussten, was enorm viel Zeit in Anspruch nahm. Der neue Steuerberater zeigt sich zum Glück sehr kooperativ und hat bereits vor 3 Tagen signalisiert, dass die per Mail neu eingereichten Steuererklärungen für die Schule korrekt erscheinen und bald die Genehmigung erfolgen könnte. Aber seit gestern spielt der Chief-Tax-Officer für diese Region verrückt. Er hat telefonisch mitgeteilt, dass die falsch erstellten und dennoch genehmigten Steuererklärungen der letzten Jahre nur gegen eine völlig überzogene Gebühr, auf Deutsch Schmiergeld, seitens des Tax-Office korrigiert würden! Unfassbar!!! Peshala und Dhanesh haben sind deshalb heute auf den Weg (ca. 8 Stunden Jeep-Fahrt) gemacht, um mit diesem verrücktspielenden Tax-Officer von Angesicht zu Angesicht zu reden. Übrigens unter der Rubrik "Guest Entertainment" werden in der nepalesischen Steuererklärung die gezahlten Schmiergelder offiziell ausgewiesen! Kein Scherz!

Jetzt kommt nur noch Positives!

Die außerplanmäßige Sanierung des Lehrerzimmers war ein voller Erfolg. Durch die neu verputzten Wände mit weißem Anstrich ist es endlich deutlich trockener und viel heller. Das Kollegium ist heilfroh darüber und hat mit noch mehr Elan die Prüfungsarbeiten erstellen können für die in dieser Woche (9. – 16.12.18) startende zweite Prüfungsphase im nepalesischen Schuljahr.

Deswegen versammelten sich die CDS-SchülerInnen am Sonntag (9.12.) nicht in fünf Schlangen auf dem Schulhof zur morgendlichen Assembly. Stattdessen war "Schlange stehen" vor der Stationary angesagt, um noch in letzter Minute Stifte, Lineale, Hefte und was man sonst noch an Utensilien für eine Prüfung benötigt, zu ergattern, während andere entspannt auf dem Schulhof spielten oder vorm "Schwarzen Brett" die Infos über den Prüfungsablauf studierten.

Playgroup Kinder vor der Prüfung Prüfungsablauf in der CDS
Playgroup Kinder vor der Prüfung Prüfungsablauf in der CDS
Prüfungsvorbereitung in der Sonne
Prüfungsvorbereitung in der Sonne

Aber auch die Eltern der Prüflinge "standen am Sonntag Schlange" auf dem Projektgelände.

Der Grund:  Einzahltag für die neuen "Student Education Accounts" (SEA). Über diese Ausbildungskonten können die Eltern für ihre Kinder Geld für die steigenden Schulgebühren in den höheren Klassen ansparen. In Gegenwart der Bankmanagerin (links im Bild), die dafür stets am 23. des nepalesischen Monats die zweieinhalb-stündige Tour von Rampur zum Projekt auf sich nimmt, zahlten die Eltern ihren Obolus auf das jeweilige Schülerkonto ein. Diese Gelegenheit nutzten wir, um das von ZuKi zugesagte Startgeld für jedes neue Schülerkonto direkt zu übergeben.

Schüler zahlen auf ihr Ausbildungskonto ein Startgeld Übergabe von ZuKi für Ausbildungskonto
Schüler zahlen auf ihr Ausbildungskonto ein Startgeld-Übergabe von ZuKi für Ausbildungskonto

Übrigens war bei uns am 6.12. auch der Nikolaus! Er brachte Sweets und Fruits für die Hostel-Students und deckte mit seinen Gaben den neuen, langen Tisch zum Lernen im Hostel-Neubau. Das Verstecken der Sweets und Fruits in den Schuhen der Kids war ihm einfach zu verwirrend. Somit saßen die Hostel-Students erstmals in ihrem zukünftigen Zuhause und erfreuten sich an der Überraschung bei "Flutlicht", denn Dhanesh hatte bereits die ganze Elektrik im Hostel installiert.

Und dann kam die große Nikolausüberraschung für uns: abends, am 5.12. wurden tatsächlich die langersehnten Bauteile für die Aluminiumfenster angeliefert, um mit dem Fenstereinbau nach der morgendlichen Nikolausbescherung zu beginnen. Innerhalb von zwei Tagen, am 7.12. spätabends, waren alle 12 Aluminiumfenster und die Eingangstür zum Hostel eingebaut. Die beiden Fensterbauer haben erstaunlich professionell und hart gearbeitet! Super!!!

Vorhandene Lücken zwischen Fensterrahmen und Laibung sind bereits mit Mörtel gefüllt. Martin hätte sich dafür sehr den bei uns üblichen Bauschaum gewünscht! Immerhin hatte er Silikon zum Abdichten kleinerer Fugen zur Verfügung.

Inzwischen sind auch alle Vorhänge für die 12 Fenster fertig. Der lange Hostel-Tisch erwies sich als exzellenter Zuschneidetisch, die Kantine als optimales Nähatelier, vor allem wegen der angenehmen Temperatur. Die Schneiderin im Dorf wurde auch beteiligt: sie hat alle Säume gesteppt.

Abendessen der Hostelkinder Nikolaus im neuen Hostel
Abendessen der Hostelkinder Nikolaus im neuen Hostel
Aufstieg zum Dach des neuen Hostels Haarewaschen trotz Kälte
Aufstieg zum Dach des neuen Hostels Haarewaschen trotz Kälte

Apropos Nähatelier: momentan bekomme ich zusätzliche Auftragsarbeiten. Im Trend liegt das Flicken von Daunenjacken mit Rissen im Stoff. Das Modell mit Hansaplast on Top des Risses, weit verbreitet auf dem Projektgelände, ist vorübergehend out!

Gestern Nachmittag konnten wir endlich mit dem Auslegen des Teppichbodens in den ersten drei Zimmern des Hostels beginnen. In wenigen Tagen werden diese farbenfrohen Zimmer bewohnbar sein, so dass die Hostel-Students von der Wellblechhütte in den Neubau umziehen können. Der vor wenigen Tagen einsetzende Nachtfrost und die große Kälte im Januar und Februar wird dann den Kindern deutlich weniger zusetzen, selbst wenn die Zimmertüren momentan noch fehlen. Aber wen stört's?!

Diesen Fortschritt am Hostel-Neubau in den letzten Tagen mit eigenen Augen gesehen zu haben ist fantastisch! Und dennoch freuen wir uns jetzt auch sehr auf mehr Komfort und Wärme.

Nun verabschieden wir uns von allen mit den besten Wünschen für ein wunderbares Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches Jahr 2019!

Ciao

Susanne + martin

Vor der Raubtierfütterung in der Kantine