Wir geben Kindern in Nepal eine Zukunft

... und Sie können dabei helfen!

Shreechaur, 15.05.2022    19:00 Uhr

Den Bericht finden Sie auch im Downloadbereich  >>>

Namaste! Liebe Familie, Freunde und alle anderen ZuKi-Fans,

nun sind wir seit fast drei Wochen im Projekt und unsere Abreise gen Kathmandu rückt näher.

Seit letzter Woche ist das Wetter sehr durchwachsen: stechende Sonne, dann wieder viele, dichte, tiefhängende Wolken verbunden mit frischen Temperaturen, zunehmend mehr Regenschauer, besonders nachts. Den Mais freut's, die Kartoffeln weniger, denn sie drohen bei zu viel Regen zu verfaulen. Und die Monsunzeit soll erst noch beginnen!

Umso besser ist das "Nass vom Himmel" für die Vetiverpflanzen. Sie wurden mittlerweile aus ihren engen Plastiksäcken befreit. Etwa die Hälfte der 2000 Gräser pflanzte ein offensichtlich sehr erfahrener Dorfbewohner in Windeseile ein. Für die andere Hälfte wurde ein provisorisches Schlammbeet angelegt, um bis zum endgültigen Verpflanzen überleben zu können.

 

Die Regengüsse führten letztes Wochenende (7./8. Mai) leider auch dazu, dass die Wasserleitung von der Quelle bis zum Hauptwassertank, vom dem aus die Tanks des Projektes gespeist werden, durch eingeschwemmte Blätter, Zweige, Schlamm etc. verstopfte. Trotz mehrfacher Interventionsmaßnamen durch erfahrene Dorfbewohner (die Wasserleitung liegt in einem äußerst schwer zugänglichen Hang) konnte die Blockade nicht beseitigt werden; ein klägliches Rinnsal an Wasser floss bzw. fließt nur aus der Leitung. Folglich hatten wir im Projekt für Schule, Polyclinic und Kantine insgesamt 4 Tage lang kaum Wasser zur Verfügung.

Was tun, außer extrem sparsam beim Zähneputzen oder Händewaschen mit dem lebensnotwendigen Nass umzugehen?

Zum einem kam uns der Himmel zu Hilfe: heftige Regengüsse führten zu "Regenduschen" von einigen Dächern, so dass mit Hilfe aller auffindbaren Gefäße ziemlich zügig viele Liter Regenwasser gesammelt wurden für Trink-, Wasch- und Toilettenwasser.

Zum anderen gibt es seit dem 9. Mai (Mo) glücklicherweise eine Woche Schulferien . Der Anlass dafür waren die am letzten Freitag (13. Mai) durchgeführten Distriktwahlen in ganz Nepal. So entfiel der Wasserbedarf für ca. 140 Schulkinder. Mittlerweile sind die wichtigsten Tanks des Projekts trotz des Rinnsals an Wasser randvoll. Allerdings soll in den nächsten Tagen die Wasserleitung ausgetauscht werden, da die Blockade nach wie vor nicht auffindbar ist.

Nun zur Distriktwahl am 13.05.22: Sie hat in der örtlichen Government School stattgefunden. In wenigen Tagen sollen die Wahlergebnisse vorliegen.

Die vorausgegangenen Parteikundgebungen der verschiedenen Parteien waren die Highlights im Dorf und wurden rege besucht.

Diejenigen, die wählen wollten, aber nicht hier im Bezirk registriert sind, beispielsweise einige MitarbeiterInnen des Projekts, mussten zur Stimmabgabe die zuweilen lange und teure Reise in ihre Heimtorte antreten. Daher die Schulferien und momentane Ruhe in CDS und Hostel.

 

Heute soll das neue Schuljahr in der CDS offiziell starten, aber morgen ist Buddhas Geburtstag, ein Feiertag. Zudem gilt seit heute (15.05.22), Beginn des zweiten Monats im nepalesischen Kalender, nun auch in Nepal die Fünftagewoche mit Samstag und Sonntag als Ruhetage. Somit sind u.a. auch die Schulen geschlossen. Wahrscheinlich ist erst ab Dienstag wieder mit einem normalen Schulalltag und spielenden Kindern auf dem Schulhof zu rechnen.

 

Aufgrund der Schulferien war damit auch "Zwangsruhe" im Hostel eingekehrt, da die meisten Hostelstudents nach Hause gingen. Und diese Zeit wurde zum "klar Schiff machen" im Hostel genutzt. Wände neu gestrichen, neuer Teppich ausgelegt, Matratzen und Bettdecken stundenlang in der Sonne gelüftet und alles, was waschbar ist, in der neuen Waschmaschine "herumgewirbelt". Glücklicherweise waren die Projekttanks wieder gut gefüllt.

Nun sind die Schlafräume für die "Boys and Girls" wieder "picobello" und erwarten die quirligen Kinder. Allerdings kann Peshalas zweieinhalbjährige Tochter jetzt nicht mehr mit der gigantischen Schaumstoffrolle (Isoliermaterial für den Boden) spielen. Schade!!!

 

Dank der neuen Waschmaschine, die ihren ersten Großeinsatz während dieser Renovierung hatte, waren die Massen an Bettwäsche, Fleecedecken, Kissen sowie Kleidungsstücken für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich schnell bewältigt. Unser Zimmer mutierte zum Waschsalon, da ich den Laundry Service machte und im Stundentakt die wirklich gute Maschine befüllte, leerte, Wäsche aufhing usw.

Das war natürlich eine hervorragende Gelegenheit, in Bedienung, Arbeitsweise und den Nutzen dieser neuen Errungenschaft einzuführen. Denn, als wir beim ersten Mal über den Vorteil einer Waschmaschine sprachen, waren wir völlig irritiert als es hieß: Die Maschine würde nicht sauber waschen, die althergebrachte Handwäsche sei viel besser! Mittlerweile wissen wir auch, wo das Problem lag: erstens wurde die Maschine überladen, zweitens wurde mit kaltem Wasser nur 30 Minuten "gewaschen". Die beste deutsche Waschmaschine würde unter diesen Bedingungen bei den z.T. extremen Verschmutzungen (Kinderkleidung) ebenfalls kläglich versagen. So machten wir uns mit der Maschine schrittweise vertraut. Mittlerweile sind die Bedingungen für gute Waschergebnisse und schnelleres Trocknen der Wäsche bekannt. Und die Einsicht kam, dass man während des Waschvorganges durchaus andere Aufgaben erledigen kann.

Aber auch wir lernten neues hinzu: Waschprozesse werden hier des Öfteren durch Stromausfall oder mangelnden Wasserdruck unterbrochen. Zum Glück ist die Maschine plietsch: sie macht einfach dort weiter, wo der Waschprozess unterbrochen wurde.

 

Nun zur aktuell noch laufenden, letzten Großaktion: Bei unserer Anreise vor drei Wochen mussten wir auf den letzten 300 Metern vorm Projekt aus dem Jeep aussteigen, da das Fahrzeug wegen sehr schlechter Wegverhältnisse nicht mehr vorankam. Später erfuhren wir von Peshala, dass Krankentransporte zur Polyclinic auf dem schlechten Weg ebenfalls mehrfach scheiterten und die Patienten auf den letzten Metern heraufgetragen werden mussten. Deshalb beschloss der Verein die Befestigung des Weges, eine Privatstraße des Projekts, mit Steinen. Wegen des nahenden Monsuns starteten umgehend die Arbeiten dazu, anderenfalls drohen Fahrzeuge im Morast versinken.

 

Mit dem Bau des hangseitigen Regenwasserkanals wurde zuerst begonnen, anschließend wurden in knochenharter Arbeit die ersten Meter des Weges mit behauenen Steinen befestigt. Dank vieler Arbeitskräfte aus dem Dorf sind mittlerweile über 70 Meter (von 300 Metern) des Weges befestigt. Seine Bewährungsprobe hat dieser Wegabschnitt bereits bestanden, da täglich mehrere Traktoren über diesen Wegabschnitt Steine anliefern. Anfänglich war dieses Ereignis für alle im Projekt Anwesenden ein Schauspiel. Nun wünschen wir uns, dass der Monsun noch auf sich warten lässt, damit die Befestigung des Weges zum Projekt rechtzeitig abgeschlossen ist.

 

Dies ist unser vorerst letzter Bericht direkt aus dem ZuKi-Projekt in Shreechaur.

Mit traumhaft schönen, wild wachsenden Amaryllis verabschieden wir uns von allen ZuKi-Fans und wünschen einen schönen Maisonntag sowie einen spannenden Abend in Sachen Landtagswahl in NRW.

 

Ciao

Susanne + Martin